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Grenzüberschreitend

Gestattung zur Erbringung vorübergehender grenzüberschreitender Dienstleistungen in zulassungspflichtigen Handwerken

Wenn Sie als Bürger der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums oder der Schweiz eine grenzüberschreitende Tätigkeit vorübergehend und gelegentlich in Nordrhein-Westfalen ausüben möchten, ohne eine Niederlassung in Deutschland zu betreiben, müssen Sie dieses in bestimmen Fällen anzeigen. Dies gilt sowohl für die reglementierten Berufe nach § 13a der Gewerbeordnung als auch für das zulassungspflichtige Handwerk (Anlage A).

Die selbstständige Tätigkeit in einem zulassungsfreien Handwerk oder handwerksähnlichen Gewerbe (Anlage B) setzt in Deutschland keine bestimmte Berufsqualifikation voraus. Ausländische Betriebe können diese Arbeiten daher ausführen, ohne den Handwerkskammern vorher bestimmte Voraussetzungen nachweisen oder die Tätigkeit anzeigen zu müssen.

Wo melde ich die grenzüberschreitende Dienstleistung an?

Die vorübergehende grenzüberschreitende Tätigkeit in einem zulassungspflichtigen Handwerk ist bei einer Handwerkskammer anzuzeigen. Es gibt sieben Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen. Bei welcher Behörde Sie die Unterlagen einreichen müssen, hängt davon ab, wo Sie zuerst tätig werden wollen. Möchten Sie beispielsweise als Dachdecker bei einem Haus in der Region Düsseldorf die Außenwände neu verkleiden, müssen Sie den Antrag bei der Handwerkskammer Düsseldorf einreichen.

Welche Handwerkskammer ist für mich zuständig?

Gerne informieren wir Sie im Einzelfall über die zuständige Behörde.

Welche Unterlagen muss ich einreichen?
  • ausgefülltes Antragsformular („Downloads Informationen“)
  • Nachweis der Staatsangehörigkeit: Kopie des Personalausweises oder eines vergleichbaren Identifikationspapiers
  • Nachweis der rechtmäßigen Niederlassung: Registrierungsnachweis oder ein anderer Nachweis für Ihre rechtmäßige Niederlassung im Herkunftsstaat (z.B. Gewerberegisterauszug)
  • Nachweis über die Berufsqualifikation: Sofern der Beruf im Niederlassungsstaat an eine beruflicher Qualifikationen gebunden ist, muss ein Nachweis der Berufsqualifikation zu erbracht werden, anderenfalls
    • ein Nachweis, dass die Tätigkeit im Niederlassungsstaat während der vorhergehenden zehn Jahre mindestens zwei Jahre lang ausgeübt worden ist.

Nachweise sind beispielsweise Meisterbriefe oder auch sogenannte „EU-Bescheinigungen“. Mit ihr weist z.B. ein deutscher Handwerksunternehmer nach, seit wann und für welches Handwerk der Betrieb in der Handwerksrolle bei der Handwerkskammer eingetragen ist. In Deutschland stellen die Kammern ihren Mitgliedern diese Bescheinigungen aus.

Ausnahmen gelten für folgende Handwerksberufe:

  • Schornsteinfeger
  • Augenoptiker
  • Hörgeräteakustiker
  • Orthopädietechniker
  • Orthopädieschumacher
  • Zahntechniker.

Diese Berufe dürfen erst ausgeübt werden, wenn die Handwerkskammer folgendes ausgestellt hat:

  • Bestätigung, dass die Berufsqualifikation ausreicht oder
  • Bescheid, dass die Berufsqualifikation nicht geprüft wird.

Die Unterlagen können elektronisch übermittelt werden. Die zuständige Stelle kann den Dienstleistungserbringer im Fall begründeter Zweifel an der Echtheit der vorgelegten Unterlagen auffordern, beglaubigte Kopien vorzulegen.

Die Nachweise (Registerauszüge, Zeugnisse und Urkunden) sind ins Deutsche zu übersetzen. Die Übersetzungen müssen Sie von vereidigten Dolmetschern und Übersetzern vornehmen lassen.

Die Meldebestätigung hat eine Gültigkeit von einem Jahr. Gibt es in der Zeit der grenzüberschreitenden Dienstleistungen Änderungen in Ihrem Unternehmen, die die Dienstleistungserbringung betreffen, ist die Änderung anzuzeigen und durch Unterlagen nachzuweisen.

Kosten

Die Gebühr beträgt ca. 100,00 €.

Wichtige Hinweise
  1. Bau- und Ausbauleistungen, die an einer Immobilie in Deutschland erbracht werden, unterliegen der deutschen Umsatzsteuer. Daher sollten Sie prüfen, ob eine Registrierung  beim Finanzamt notwendig ist. Welches Finanzamt für Sie zuständig ist, ist abhängig vom Sitz der Niederlassung. Die Auflistung finden Sie hier.
  2. Wenn Sie über einen längeren Zeitraum in einem anderen EU-Land arbeiten, brauchen Sie zusätzlich eine A-1 Bescheinigung. Mit der Bescheinigung A1 wird erklärt, dass während der Dauer der Entsendung des Arbeitnehmers nach Deutschland weiterhin sein eigenes System der sozialen Sicherheit anwendbar bleibt und damit deutsches Sozialversicherungsrecht wegen des Grundsatzes der Vermeidung von Doppelversicherung ausgeschlossen ist. Die Bescheinigung A1 wird auf Antrag des Arbeitnehmers / Selbständigen oder des Arbeitgebers durch die Krankenkasse bzw. den zuständigen Rentenversicherungsträger ausgestellt und dem Antragsteller ausgehändigt.
  3. Arbeitgeber mit Sitz im Ausland, die einen oder mehrere Arbeitnehmer zur Ausführung von Werk- oder Dienstleistungen nach Deutschland entsenden, haben verschiedene Regeln bezüglich der Meldung ihrer Arbeitnehmer zu beachten. U.a. müssen diese dem Zoll gemeldet werden. Dies können Sie problemlos „online“ machen. Darüber hinaus sind weitere Mindestarbeitsbedingungen (Mindestlohn, Arbeitszeitnachweise) in Deutschland zu beachten, auf die der Zoll auf seiner Internetseite hinweist.