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Eintragung Handwerksrolle

Ausstellung der Bescheinigung über die Eintragung in die Handwerksrolle (Handwerkskarte)

Wer sich im Handwerk selbstständig machen will, muss sich bei der Handwerkskammer eintragen lassen. Das Mitgliederverzeichnis der Kammer umfasst drei Bereiche mit unterschiedlichen Eintragungsvoraussetzungen:

  • Das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Handwerke („Handwerksrolle“): Anlage A der Handwerksordnung (HwO)
  • Das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke: Anlage B1 der HwO
  • Das Verzeichnis der handwerksähnlichen Gewerbe: Anlage B2 der HwO
Wer muss sich in die Handwerksrolle eintragen lassen?

Wer sich in einem zulassungspflichtigen Handwerk selbstständig machen möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit sein Betrieb in die Handwerksrolle eingetragen wird. Welche Berufe in Deutschland zulassungspflichtig sind, können Sie der Anlage A der Handwerksordnung (HwO) entnehmen.

In den Berufen der Anlage B1 (zulassungsfreie Handwerke) und Anlage B2 (handwerksähnliche Gewerbe) der HwO erfolgt die Eintragung ohne Qualifikationsnachweis (Meisterbrief). Die Handwerkskammer führt dazu ein Verzeichnis, in das die Inhaber eines Betriebs eines zulassungsfreien Handwerks oder eines handwerksähnlichen Gewerbes eingetragen werden.

Wenn beispielsweise ein Handwerker (z.B. Maurer) einen Betrieb eröffnen möchte, muss er bei der Gewerbeanmeldung auch eine Kopie seiner Handwerkskarte vorlegen. Diese erhält er, wenn er sich in die Handwerksrolle hat eintragen lassen.

Folgende Voraussetzungen müssen vorliegen, damit Sie sich in die Handwerksrolle eintragen lassen können
  • Sie verfügen über einen Meisterbrief bzw. haben im Ausland eine gleichwertige Qualifikation erworben.
  • Andere Prüfungen werden anerkannt, wenn sie „gleichwertig“ sind (z. B. Abschlussprüfungen an einer deutschen Hochschule, einer staatlich anerkannten Technikerschule oder Diplom eines anderen EU-Mitgliedstaats).
  • Erfahrene Gesellen, die eine sechsjährige Berufserfahrung in ihrem Handwerk, davon vier Jahre in leitender Stellung nachweisen, können einen Antrag auf Ausübungsberechtigung gem. § 7 b HwO stellen und sich dann mit der erteilten Ausübungsberechtigung ebenfalls mit einem eigenen Betrieb in einem zulassungspflichtigen Handwerk selbstständig machen (von dieser Regelung ausgenommen sind Schornsteinfeger, Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher und Zahntechniker).
  • Darüber hinaus hat der Gesetzgeber über die Erteilung einer Ausnahmebewilligung die Möglichkeit der selbstständigen Ausübung eines Handwerksberufs der Anlage A geschaffen. Eine Ausnahmebewilligung erhalten z. B. Personen, für die das Ablegen der Meisterprüfung eine unzumutbare Belastung darstellen würde und die die für die selbstständige Ausübung notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten nachweisen können.
  • Ein Handwerksbetrieb in einem zulassungspflichtigen Handwerk kann auch dann gegründet oder übernommen werden, wenn der Inhaber des Betriebes selbst zwar keine Qualifikation hat, aber einen Betriebsleiter mit erforderlicher Qualifikation eingestellt hat.
Wo beantrage ich eine Handwerkskarte?

In Nordrhein-Westfalen gibt es sieben Handwerkskammern, die jeweils für ihre Region zuständig sind. Sie müssen sich an die Handwerkskammer wenden, in deren Region Sie Ihren Betrieb gründen möchten.

Welche Handwerkskammer ist für mich zuständig?

Welche Unterlagen sind einzureichen?
  • Kopie des Personalausweises oder eines vergleichbaren Identifikationspapiers
  • ausgefüllter und unterschriebener Eintragungsantrag
  • bei Eintragung in die Anlage A der Handwerksordnung: Qualifikationsnachweis (Meisterbrief/ EU-Bescheinigung)
  • bei Anstellung eines fachlichen Betriebsleiters: Betriebsleitererklärung und Anstellungsvertrag
  • ggfs. Handelsregisterauszug des Amtsgerichts (bei juristischen Personen oder Personengesellschaften)
  • ggfs. Gesellschaftsvertrag, wenn für die handwerkliche Leitung einer der persönlich haftenden Gesellschafter oder ein angestellter fachlicher Betriebsleiter eine der Eintragungsvoraussetzungen erfüllt.

Für den Eintragungsantrag liegen in den Kammern eigene Anträge vor. Gerne suchen wir für Sie dazu den richtigen Vordruck raus. Die Betriebsleitererklärung finden Sie weiter unten („Informationen Downloads“).

Kosten

Je nach Kammer werden verschiedene Gebühren für die Eintragung erhoben, die sich ca. zwischen 100- und 400 € belaufen können. Wir informieren Sie gerne im Einzelfall.